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Martina Ehrlich

Ab sofort erscheint auf unserer Homepage immer freitags ein neuer Blog-Beitrag zu den unterschiedlichsten Regionen und Themen rund um Lateinamerika. Martina berichtet Aktuelles, Informatives, Skurriles und Spannendes vom Kontinent des Kolibris, erzählt Geschichten vom Reisen bis hin zu praktischen Tipps für die Vorbereitung Ihrer eigenen Reise.

Vom Kontinent des Kolibris 9 – “con toda la pata!”

Was „con toda la pata“ heißt? – „Fantastisch!“
Und wo wird diese Redewendung benutzt? – Im kleinen beliebten Reiseland Costa Rica.

Ja – diesmal geht’s um Costa Rica. Das Land der „reichen Küste“ – denn nichts anderes bedeutet das spanische Costa Rica – erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Reisenden, die viel Wert auf Naturschutz und Ökologie legen. Kulturschätze, monumentale Ausgrabungsstätten, bunte Märkte oder sonstiges indigenes Leben sucht man in Costa Rica vergebens. Dafür findet man einen prall angefüllten Korb voller Naturschönheiten. Bereits aus dem Flugzeug betrachtet wirkt Costa Rica wie ein grünes Paradies.

Was aktuell als weltweit einzigartig und ökologisch vorbildlich angesehen wird, hat aber eine Vorgeschichte. Denn vor den Schutzmaßnahmen wurde nach der Eroberung durch die Spanier für knapp 400 Jahre die Waldfläche Costa Ricas erstmal um etwa 60 % reduziert, um an hochwertige Holzarten, an Weide- und Siedlungsland zu kommen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden für den US-amerikanischen Markt im großen Stil Rinder gezüchtet, Tieflandregenwald fiel dem Obstanbau zum Opfer. So ist Costa Rica heute der weltweit größte Produzent von Ananas und der zweitgrößte von Bananen.

Zum Glück hat man dann jedoch in Costa Rica rechtzeitig und weit vorausschauend erkannt, dass ein intaktes Ökosystem langfristig auch der Wirtschaft nur Vorteile bringt. Ökotourismus beschert den Ticos, wie die Bevölkerung Costa Ricas genannt wird, profitable Einnahmen und ist zum wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Verpflichtender Bestandteil der staatlichen Umweltpolitik sind heute Klimaschutz, Naturschutz und Waldschutz.

Bereits 1969 wurde ein „Gesetz zur Erhaltung des Waldes“ erlassen und “Santa Rosa” an der Pazifikküste im Nordwesten wurde zum ersten Nationalpark erklärt. Heute gibt es in Costa Rica 27 Nationalparks, dazu weitere Schutzgebiete mit ihren jeweils charakteristischen Naturräumen und riesiger Artenvielfalt. Das Land ist nur wenig größer als die Schweiz, umfasst nur 0,03% der Landoberfläche unserer Erde und beheimatet dennoch 5% aller Spezies! Insgesamt rund ein Drittel der Fläche Costa Ricas stehen unter Naturschutz. Das ist Weltrekord. Besucher finden Regen-, Trocken- und Nebelwälder, Mangrovengebiete, Páramo- und Vulkanlandschaften sowie herrliche Strände an Pazifik und Karibik mit vorgelagerten Korallenriffen. Das relativ kleine Land besitzt über 120 Vulkane, wovon fünf als aktiv bezeichnet werden. Die Vielfalt an Naturräumen schafft eine schier unerschöpfliche Biodiversität – Pflanzen- und Tierliebhaber werden in Costa Rica ihr Paradies finden.

Als wichtige Grundlage der staatlichen Umweltpolitik gilt die „Initiative Frieden mit der Natur“, welche im Dezember 2007 als Gesetz verabschiedet wurde. Es beinhaltet, dass bis zum Jahr 2021, dem 200. Jahrestag der Unabhängigkeit, das Land als erster Staat der Erde eine ausgeglichene Bilanz beim Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) erreichen wolle. Costa Rica gewinnt heute knapp 100 % seines Strombedarfs aus regenerativen Quellen. Auch der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff bezeichnete 2011 bei seinem Staatsbesuch Costa Rica als „ökologisches Vorbild“.

Neben dem immensen Einsatz zum Erhalt der Natur kann Costa Rica noch mit weiteren Besonderheiten aufwarten. So wurde bereits 1948 die Armee zugunsten der Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abgeschafft. Im Vergleich mit vielen anderen Ländern der Region ist Costa Rica seit den 1950er Jahren eine stabile Demokratie. Sozialpolitische Maßnahmen verhinderten große soziale Unruhen oder Bürgerkriege und 1983 erklärte der Staat seine „dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutralität“. Aus diesem Grunde bezeichnen viele Costa Rica auch als „die Schweiz Zentralamerikas“.

Um all diese fantastischen Naturregionen erleben zu können – oder wie der Tico sagt „con toda la pata“ – erwarten Costa Rica-Besucher eine Vielzahl wirklich herrlicher Unterkünfte. Dabei gibt es Hotels für jeden Geldbeutel – von Lodges über Bungalows, Baumhäuser, Boutique Hotels bis hin zu Luxus- und All-Inclusive-Hotels. Für ein erfolgreiches Nachhaltigkeitskonzept in der Tourismusindustrie Costa Ricas müssen drei wesentliche Faktoren zusammenspielen und berücksichtigt werden: der umsichtige und angemessene Umgang mit den natürlichen und kulturellen Ressourcen, die Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung und nicht zuletzt der wirtschaftliche Erfolg der Konzepte, der wiederum weitere Entwicklungsmaßnahmen des Landes möglich macht. Um die Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit einzelner touristischer Leistungsträger bewerten und kategorisieren zu können, hat das costa-ricanische Tourismusinstitut (ICT) das Programm „Certificate for SustainableTourism“ (CST) entwickelt. Mit Hilfe des Programms können die Unterkünfte dahingehend bewertet werden, wie nachhaltig ihr Management in Bezug auf den verantwortungsbewussten Umgang natürlicher, kultureller und sozialer Ressourcen ist.

Ob mitten im Urwald, mit grandioser Aussicht auf einen Vulkan, direkt am Meer gelegen – es gibt sie wirklich, die einzigartigen Unterkünfte in Costa Rica. Dabei sind sie oft familiär, charmant und sehr nahe an den Nationalparks oder direkt in einem der privaten Schutzgebiete gebaut. Sie bieten eine traumhafte Basis für die unterschiedlichen Erkundungen. Allem voran steht das Naturerlebnis mit Tierbeobachtung und -fotografie. Man kann – je nach Region und persönlicher Vorliebe – Wandern, Bootstouren unternehmen, Raften, Kajakfahren, Reiten, auf Hängebrücken den Wald erkunden, Ziplining machen, Schnorcheln und Tauchen. Tiere in intakter freier Wildbahn zu beobachten, bleibt sicherlich jeder Besucherin und jedem Besucher Costa Ricas in unvergesslicher Erinnerung. Denn wer unverfälschte Natur mit Dschungel, Vulkanen, Seen und Meer liebt – für den ist Costa Rica bestimmt das herrlichste Fleckchen Erde.

Heute verabschiede ich mich mit einem costa-ricanischen „pura vida“ – wissen Sie, was das eigentlich heißt?

Martina Ehrlich  

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