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Martina Ehrlich

Martina Ehrlich

Ab sofort erscheint auf unserer Homepage immer freitags ein neuer Blog-Beitrag zu den unterschiedlichsten Regionen und Themen rund um Lateinamerika. Martina berichtet Aktuelles, Informatives, Skurriles und Spannendes vom Kontinent des Kolibris, erzählt Geschichten vom Reisen bis hin zu praktischen Tipps für die Vorbereitung Ihrer eigenen Reise.

Vom Kontinent des Kolibris 10 – Göttervogel im Nebelwald

Haben Sie so einen schönen Vogel schon einmal gesehen?

Zugegeben, man bekommt ihn nicht ganz leicht zu Gesicht in seinem Lebensraum, dem Nebelwald Mittelamerikas. Bei mir dauerte es auch etliche Fußmärsche, einiges Heranpirschen und manche Enttäuschung. Aber dann hatte ich Glück und sah ihn: diesen schillernden Juwelen mitten im Grün – ein bezauberndes Vogelwesen irgendwie nicht von dieser Welt. Schon sein Name klingt besonders: Quetzal. Ich finde ihn nach wie vor einen der schönsten Vögel der Welt.

Allein aufgrund seines fantastischen Aussehens kann man sich gut vorstellen, dass der Quetzal nicht nur heute bei Freunden der Ornithologie einen Höhepunkt in der Vogelbeobachtung darstellt, sondern dass er bereits für die alten Kulturvölker der Region in der Mythologie eine große Bedeutung hatte. Zu allen Zeiten waren Menschen fasziniert vom irisierenden Blau, Grün und Rot seines Gefieders sowie von den herrlichen langen Schwanzschmuckfedern.

Seinen exotischen Namen verdankt der Quetzal der Legende des Quetzalcoatl. Der Name Quetzalcoatl bedeutet “leuchtende Schwanzfederschlange” und stammt aus der Nahuatl-Sprache. Quetzalcoatl war eine Gottheit, die in Mittelamerika von mehreren mesoamerikanischen Kulturen wie den Tolteken, den Azteken und den Maya verehrt wurde. Es gibt alte Darstellungen, in denen Quetzalcoatl als große Klapperschlange mit Federn des Quetzals bedeckt, dargestellt wird. Diese Darstellung als gefiederte Schlange soll die Symbole von Himmel und Erde, von Leben und Tod vereinen.

In der aztekischen Weltanschauung war Quetzalcoatl deren Hauptgottheit. Aztekische Herrscher sowie der Adel trugen wunderschöne Kopfbedeckungen mit leuchtendem Federschmuck des Quetzal. Vor allem die langen Schmuckfedern der Männchen waren bereits damals begehrt. Dazu mussten die Menschen den Quetzal einfangen und ihm seine langen Schwanzfedern ausreißen, denn nur diese waren gut genug für den prachtvollen Kopfschmuck. Anschließend wurde der heilige Quetzal wieder freigelassen, denn einen Quetzal zu töten, war ein großes Verbrechen und wurde mit dem Tod bestraft.

Eine Ironie des Schicksals ließ die aztekischen Priester die Wiederkehr des Quetzalcoatl in Menschengestalt prophezeien, was sich dann augenscheinlich im Jahre 1519 mit der Ankunft der spanischen Eroberer und deren Flotte an der Küste Mexikos unter ihrem Anführer Hernán Cortéz erfüllte. Dem angekündigten hellhäutigen Fremden soll der Aztekenherrscher Moctezuma einen kostbaren Kopfschmuck aus Quetzalfedern überreicht haben als Zeichen seiner Ehrerbietung und Anerkennung als künftigen Herrscher des Reiches. Viel zu spät erkannten die Azteken die wahren Absichten der spanischen Eroberer und konnten diese in ihrer Gier nach den aztekischen Goldschätzen nicht mehr aufhalten. Während die Konquistadoren auf ihren Raubzügen die Tempel plünderten, um die Goldschätze für die spanische Krone zu erbeuten, richteten sie bei jeder Gegenwehr ein schreckliches Blutbad an. Ein Übriges taten die Missionare, in dem sie die „heidnische“ Bevölkerung zum Christentum zwangen und deren hochwertiges Kulturgut großflächig zerstörten.

Aber hier ein paar Fakten zum Quetzal: Der Quetzal gehört zur Familie der Trogonidae – Trogone. Die Gattung Pharomachrus lebt in den Tropenwäldern der ganzen Erde. Den Quetzal findet man in den Nebelwäldern vom südlichen Mexiko bis ins Amazonasgebiet Boliviens. Die Vögel leben auf Bäumen und ernähren sich überwiegend von Früchten und Insekten. Es gibt fünf verschiedene Quetzal-Arten, die alle auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet sind. Dazu gehören der Goldkopf-Quetzal (P. auriceps), der Glanztrogon oder White-tipped Quetzal (P. fulgidus), der Kammtrogon oder Crested Quetzal (P. antisianus), der Pfauentrogon oder Pavonine Quetzal (P. pavoninus) sowie der berühmte, legendäre, wunderschöne Quetzal P.m. Costaricensis mit der Unterart P. m. mocinno (P. mocinno). Von diesen fünf Quetzal-Arten gelten die vier ersten als nicht bedroht. Der außerordentlich schöne P.m. Costaricensis steht jedoch seit dem Jahr 2000 auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Als größte Bedrohung gilt heutzutage der Verlust seines natürlichen Lebensraums durch Entwaldung. Er braucht immerfeuchtes Klima, das er in den ausgedehnten Bergnebelwäldern mit hoher Luftfeuchtigkeit in Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua und Panama findet.

Der farbenfrohe Quetzal ist der Nationalvogel von Guatemala, sogar die Landeswährung wurde nach ihm benannt. Neben Quetzal-Banknoten und -münzen ziert er auch amtliche Dokumente sowie die Staatsflagge.

Er hat einen leuchtend grünen Körper sowie eine rote Brust. Je nach Lichteinfall leuchtet das Gefieder grün-, kobaltrot-, gelb- und blaufarben. Er ist zwischen 35–38 cm lang und etwa 210 g schwer. Charakteristisch ist sein sehr langer Schwanz mit den bezaubernden Schmuckfedern, die mehr als 60 Zentimeter erreichen können. Vor allem während der Brutzeit führen die Männchen kurze, aber spektakuläre Balzflüge aus. Aus dem Bergwald steigen sie in welligem Flug und mit unüberhörbarem Geschrei nach oben in die Luft, um dann im Sturzflug wieder zwischen den Baumkronen zu verschwinden. Bei der Brut und Versorgung der meistens zwei Jungen wechseln sich die Geschlechter ab.

Und nach so vielen Fakten noch eine weitere mündliche Überlieferung: Die Quiché sagen, dass der Quetzal ursprünglich ein ausschließlich grünes Federkleid besaß. Die scharlachrote Brust erhielt er erst nach der Eroberung des Quiché-Reiches unter Führung des spanischen Eroberers Pedro de Alvarado um 1525. Der Quetzal soll im Blut des ermordeten letzten Königs der Quiché gebadet haben, wodurch sich seine Brust blutrot färbte. Der Quetzal ist seit Hunderten von Jahren bis heute eine Quelle der Inspiration für die Menschen Mittelamerikas und gilt als starkes Symbol für Freiheit. Dazu trägt auch die Erzählung bei, dass sich der Quetzal in Gefangenschaft selbst tötet. Die eigentliche Todesursache liegt jedoch in einer Pilzerkrankung der Atemwege, die in Gefangenschaft wohl häufig auftritt.

Sollten Sie also bei einer Reise in den Nebelwäldern Mittelamerikas das große Glück haben, einen schillernden Quetzal in freier Wildbahn beobachten zu können, so dürfen Sie sich eines ganz besonderen Augenblicks gewiss sein.

Hat jemand von Ihnen schon einmal einen Quetzal in freier Wildbahn gesehen?

Bis nächste Woche viele Grüße
Martina Ehrlich

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