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Martina Ehrlich

Ab sofort erscheint auf unserer Homepage immer freitags ein neuer Blog-Beitrag zu den unterschiedlichsten Regionen und Themen rund um Lateinamerika. Martina berichtet Aktuelles, Informatives, Skurriles und Spannendes vom Kontinent des Kolibris, erzählt Geschichten vom Reisen bis hin zu praktischen Tipps für die Vorbereitung Ihrer eigenen Reise.

Vom Kontinent des Kolibris 30 – Blauer als Blau

Haben Sie einen Lieblingsvogel? – Ich habe sogar zwei Lieblingsvogelarten und eine davon ist der Hyazinth-Ara. Ist er nicht ein wunderschöner Vogel, der schon aufgrund seiner herrlichen blauen Farbe und der knallgelben Augenumrandung fasziniert?

Leider wurde ihm sein außergewöhnliches Aussehen zum Verhängnis und hat die Art schon fast zum Aussterben gebracht. Auch heute noch gilt er als gefährdete Art, allerdings ist laut dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen mittlerweile das Einfangen sowie der Handel mit den Tieren unter strengste Strafe gestellt. Trotzdem wird er immer noch in seiner natürlichen Umgebung gefangen und illegal außer Landes geschafft, damit sich „sogenannte Tierliebhaber“ an den prachtvollen Aras in Käfigen erfreuen können. Es geht um enorm viel Geld, für Hyazinth-Aras werden schwindelerregende Summen bezahlt. Vor allem an den unkontrollierbaren Grenzen zu Bolivien und Peru im Westen des Pantanál – der natürlichen Heimat der Hyazinth-Aras – wird illegaler Handel mit lebenden Exoten auch im Zusammenhang mit Drogengeschäften praktiziert.

Zurzeit schätzt man zwischen 3.000 und 5.000 noch wildlebende Hyazinth-Aras. Glücklicherweise schreitet auch die Forschung mehr und mehr voran, so gelingen immer öfter Nachzuchten bei von den Wilderern abgenommenen Papageien.

Die Heimat der Hyazinth-Aras sind die tropischen und doch trockenen Wälder Brasiliens, Boliviens und Paraguays. Bevorzugt werden Wälder aufgesucht, die einen großen Palmenbestand sowie Savannenlandschaften besitzen, wie sie dies im Cerrado sowie im Pantanál vorfinden. Eine Population lebt im östlichen Amazonien entlang der Flüsse Rio Xingu, Rio Tapajós und Tocantins und eine weitere in der Region Cerrado. Die weltweit größte Population ist in den Feuchtgebieten des Pantanál in Mato Grosso und Mato Grosso do Sul anzutreffen. Die weltweit größte Population lebt im Biosphärenreservat des brasilianischen Pantanál. Hyazinth-Aras haben in der freien Wildbahn in der Regel eine Lebenserwartung zwischen 25 und 50 Jahren. In Gefangenschaft können sie jedoch bis zu 90 Jahre alt werden!

Der Hyazinth-Ara – lateinisch Anodorhynchus hyacinthinus – ist ein in Südamerika endemischer Papagei aus der Gattung der sogenannten Blauaras (Anodorhynchus), die wiederum zur Unterfamilie der Echten Papageien (Psittacinae) zählen. Der Hyazinth-Ara ist mit bis zu 1,5 Kilogramm Gewicht und einer Länge von bis zu einem Meter der größte, flugfähige Papagei der Welt! Sein Gefieder ist einheitlich leuchtend kobaltblau, die unbefiederte Haut um die Augen und am Unterschnabelansatz leuchten gelb. Sein Schnabel ist schwarz, sein Schwanz ist lang und läuft spitz aus.

Hyazinth-Aras haben vier Zehen an jedem kurzen starken Fuß und können damit unter Zuhilfenahme ihres starken Schnabels hervorragend und sehr gewandt Klettern. Der kräftige, gekrümmte Schnabel dient jedoch vornehmlich dem Schälen der Baumrinde und vor allem dem Knacken von harten Nussschalen, damit kann er sogar die extrem harten Paranüsse öffnen. Sie gelten als äußerst intelligente Vögel. Auch im Flug ist er sehr wendig und schnell. Hyazinth-Aras sollen in der Lage sein, bis in 3.000 Meter über dem Meeresspiegel zu fliegen.

Außerhalb der Brutzeit leben die Hyazinth-Aras in kleinen Familiengemeinschaften zusammen, die aus drei bis sechs Vögeln bestehen. In der Regel ist dies ein Elternpaar mit dem Nachwuchs. Sie sind aber generell sehr gesellige Vögel und kommen abends auf Bäumen manchmal in lockeren Gruppen zusammen – bestehend aus mehreren Paaren und deren Jungtieren. Dabei kommunizieren sie untereinander und können dabei extrem laut sein!

Zur Brutsaison von Juli bis September ziehen sich die Paare von den Familienverbänden zurück. Das Männchen versucht, die Aufmerksamkeit des Weibchens mit einigen Tänzen auf sich zu ziehen. Tatsächlich können sie sich mehrmals im Jahr fortpflanzen. Einzelne Paare haben feste Territorien, die sie besonders in der Brutzeit gegen Eindringlinge verteidigen. Hyazinth-Aras leben immer monogam und bleiben ein Leben lang beisammen. Sie suchen sich geeignete, geräumige Baumhöhlen aus, in die das Weibchen zwei bis drei weiße Eier auf den Boden legt und diese etwa 25 Tage lang bebrütet. In dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen mit Futter versorgt. Die geschlüpften Jungen werden dann von beiden Elternteilen versorgt, wobei meist nur ein Jungtier überlebt. Anfangs sind die jungen Hyazinth-Aras nackt und blind. Mit etwa drei Monaten verlassen die Jungen ihr Nest, bleiben aber bis zur nächsten Brut in der Gesellschaft ihrer Eltern. Jungvögel sind leicht daran zu erkennen, dass ihr voll ausgefärbtes Gefieder noch etwas matter ist als das der Elternvögel. Die Jungen werden mit 3-4 Jahren geschlechtsreif.

Nahrung nehmen die Aras gerne in den Morgen- und Abendstunden zu sich. Sie lieben Obst und dabei auch Fallobst, Samen, Pflanzenknospen, junge Blätter und Nüsse. Sie sitzen oft in den Bäumen beim Fressen, picken aber auch vom Boden ihre Nahrung auf. Mit dem extrem kräftigen Schnabel sind sie in der Lage, die härtesten Schalen ohne Probleme zu knacken. Zusätzlich fliegen Hyazinth-Aras an Stellen, an denen sie mineralstoffreiche Erde zu sich nehmen können, um damit die Giftstoffe der Früchte zu neutralisieren. Tagsüber machen sie meist mehrmals ein Nickerchen – besonders, wenn sie sich langweilen. Sie sind grundsätzlich nicht gerne alleine und aus Einsamkeit erkranken und sogar sterben.

Ich liebe das Gebrabbel und Geschrei dieser wunderschönen Vögel und könnte sie stundenlang beobachten. Und wenn ich sie über mir am hellblauen Himmel in ihrem kräftigen Kobaltblau in Zweiergruppen hinwegziehen sehe, macht mich das glücklich.

Welches ist Ihr Lieblingsvogel?

Mit einem hyazinth-ara-ähnlichen „ará-ará-ará“ verabschiede ich mich bis nächste Woche,

Martina Ehrlich

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