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Martina Ehrlich

Martina Ehrlich

Ab sofort erscheint auf unserer Homepage immer freitags ein neuer Blog-Beitrag zu den unterschiedlichsten Regionen und Themen rund um Lateinamerika. Martina berichtet Aktuelles, Informatives, Skurriles und Spannendes vom Kontinent des Kolibris, erzählt Geschichten vom Reisen bis hin zu praktischen Tipps für die Vorbereitung Ihrer eigenen Reise.

Vom Kontinent des Kolibris 12 – Eine Reise „flussabwärts“ von den Anden zum Atlantik

Dies ist ein etwas anderer Blogbeitrag, denn er ist freundlicherweise von unserer netten Kundin Frau Zimmermann-Bargstedt verfasst. Sie hat an unserer außergewöhnlichen Reise „Mythos Amazoas“ teilgenommen und wir finden ihr Feedback so hilfreich und interessant, dass wir es gerne mit Ihnen teilen möchten. Aber lassen wir Frau Zimmermann-Bargstedt sprechen:

„Am Ende der Reise auf der „Ilha do Majaró“ gibt mir der Aufenthalt auf einer Wasserbüffel-Facenda ein Gefühl von Dankbarkeit. Mit der warmherzigen Gastfreundschaft der „Senhora Selma“ beginne ich die persönlichen Eindrücke entlang der Reise noch einmal zu reflektieren. Am letzten Morgen genieße ich – in der Hängematte liegend – den Sonnenaufgang, während sich über den weiten Weideflächen der Morgennebel auflöst. Wer wollte, ist heute noch einmal um sechs Uhr – ausgestattet mit Gummistiefeln – zum Boot und losgefahren, um Brüllaffen aus der Nähe zu beobachten. Hier an meinem Plätzchen höre ich sie schreien, während sich der Himmel immer weiter rosa färbt.

Gut drei Wochen zuvor starten wir sehr früh von Lima kommend in Cusco. Ich bin im Rückblick überrascht, wie schnell und unkompliziert wir uns als Gruppe gefunden haben. Buntes Treiben auf einem Sonntagsmarkt in den Anden, die Begräbnisstätten von Ninamarka und Perus Nationalvogel – der Andenfelsenhahn – waren unser Reiseauftakt von über 4000 Metern Höhe bis hinab ins Amazonasbecken auf ca. 500 Metern. Es ist ein toller und anstrengender Tag.
Der Fluss selbst – der Madre de Dios – ist mein Highlight der ersten Woche. An den Stromschnellen und auslaufenden Hügeln ist auch zu erkennen, dass wir uns sanft, aber stetig immer weiter hinab ins Amazonastiefland bewegen. Die Bootsteams erkennen auf verblüffende Weise die flachen Stellen. Der Fluss ist hier noch klar blaugrün. Im Verlauf führt der Fluss mehr und mehr Sedimente mit sich und die Farbe wechselt dann fast ins Rotbraun. Bei unseren Abstechern zu Fuß in den Dschungel haben wir die Möglichkeit, die Tier- und Vogelwelt zu entdecken. Manchmal hätte ich diese Touren gern weiter ausgedehnt und gern noch mehr in die Natur hineingelauscht. Für andere hat es genauso gepasst. Tatsächlich beobachten wir den Tapir, als wir geduldig auf der Tapir-Plattform ausharren. Es wird immer dunkler und kurz bevor die Dunkelheit die gesamte Lichtung der Salzlecke einnimmt, ist er da.
Mehr über die Menschen zu erfahren, gelingt am leichtesten auf den verschiedenen Märkten sowie über die Kinder. Während einem Schulbesuch wirkt der Schulleiter wenig motiviert für den Dialog, da haben uns die Grundschüler schon in die benachbarte Grundschule gelockt. Die Kinder sind kreativ darin, Sprachhürden zu überwinden und gemeinsam wird viel gelacht.

Mit dem „Taxi“ nach Bolivien einzureisen, ist für einen Teil der Gruppe eine Herausforderung. Das gut durchlüftete Auto scheppert und der Fahrer hält sich mit vielen Kokablättern wach. Koka hilft gegen Hunger, putscht auf und ist hier sehr verbreitet. Wir sehen viele Männer mit vollgestopften Backen. Wir sind alle gut über die Grenze gekommen und schließlich lange vor unserem Bootsteam im Versorgungsort „Civez“. Das örtliche Bootsteam fällt zwar unter die Erleichterungen des Grenzverkehrs, heute aber ist es in eine Grenzkontrolle geraten und muss offenbar auch die Mitnahme unseres Gepäcks rechtfertigen… Da sich das Leben hier für Jung und Alt rund um einen zentralen Platz abspielt, gesellen auch wir uns dazu und beleben den Bierkonsum.
Meine kleine persönliche Reiseherausforderung begegnet mir am frühen Morgen um halb sechs in unserer einfachen Herberge. In der Unterkunft schrecke ich Zikaden auf – oder die Zikaden mich? Sie sehen aus wie übergroße Stubenfliegen und es macht ein lautes Geräusch, wenn Sie gegen die Holzwände oder das Wellblechdach fliegen. Ich entschließe mich zu einem Morgenspaziergang und entspanne mich, während der ganze Ort erwacht…
In Bolivien wirken die Bilder und Themen, die wir von hier mitnehmen, komplexer. Die Goldsuche ist eines dieser Themen. Wir legen mit unserem Boot längsseits bei Goldsuchern auf dem Fluss an und erfahren, wie sie leben und arbeiten. Es ist ein hartes Leben. Der äußerst schädliche Einsatz von Quecksilber hilft, das Gold zu binden. Das etwas andere Gold – die Paranuss – wächst auf uralten Bäumen. Es ist toll, wie wir auf der Reise ein ganzheitliches Bild vom Baum bis zur fabrikmäßigen Verarbeitung der Nusskerne erhalten.

Weiter geht es nach Brasilien. Zwischen Bolivien und Brasilien erleben wir mehr als „nur“ einen Wechsel der Sprache ins Portugiesische. In Manaus herrscht Stadtleben, die berühmte Oper zieht Menschen an. Sogar Gratiskonzerte werden angeboten. Leider bekommt nicht jeder einen Platz. Einige von uns haben es geschafft. Die Alternative ist die Musik in einer der Kneipen und Lokale am Opernplatz. Natürlich sind wir auch hier wieder nah am und auf dem Fluss. Eine besondere Freude sind für mich die rosa Flussdelphine, die wir unweit des Hafens am „Zusammentreffen der Wasser“ sehen und die mal im rötlich braunen Wasser des Solimões, mal im tiefdunklen Wasser des Rio Negro auftauchen. Vielleicht mögen sie das „Wechselbad“ und die Temperaturunterschiede der beiden Flüsse. Hier in Manaus beginnt ein neuer Abschnitt unserer Reise. Mit dem Frachtschiff gelangen wir in etwas mehr als 30 Stunden nach Santarém. Nach all den verschiedenen Eindrücken genieße ich die Strände von „Alter do Chão“ und der Ilha do Majaró.“

Mein Feedback zu dieser Reise: Die besondere Art und Weise des Reisens macht „Mythos Amazonas“ besonders und den Reisetitel erlebbar. Unser Reiseleiter Willi hat das gut und detailliert abgebildete Reiseprogramm vor Ort lebendig werden lassen. Mit seiner Erfahrung hat er auch geholfen, die Sicht der Menschen vor Ort einzuordnen. Überrascht hat er uns damit, immer wieder unaufgeregt im Hintergrund die Logistik dieser Reise zu koordinieren. Ob Schiff, Taxi, Pick-up oder Motorradtaxi – es war immer alles zur rechten Zeit am rechten Ort. Ein großes Dankeschön verdienen die Bootsmannschaften, die uns weit hinein bis nach Bolivien begleitet haben. Livio, unser Koch, hat uns nicht nur hervorragend bekocht. Wie er das – mal auf dem Boot, mal in einer „infrastruktur-freien“ Lagerhalle – im Lichte einer Taschenlampe gemacht hat, verdient Anerkennung. Und einen Dank verdienen alle Mitreisenden (15-70 Jahre) für die Offenheit und ein gutes Miteinander. Wir Einzelreisenden haben uns auf unkomplizierte Weise Zimmer geteilt. Und zwischendurch den Komfort eines Einzelzimmers genossen.
Diese Reise ist geeignet für jede und jeden mit Lust und Neugier, an 23 Tagen quer durch den Kontinent zu reisen. Wer verschiedene Gelegenheiten wahrnehmen möchte, sich dem „Mythos Amazonas“ zu nähern, gewinnt ein Mosaik an Eindrücken. Das Detailprogramm beschreibt sehr ausführlich, was auf der Reise geplant ist und meist auch erlebt werden kann. Was es braucht, ist – neben der Bereitschaft sich auf diese Expedition einzulassen – die Offenheit, mit anderen über mehrere Tage jeweils Stunden auf dem Boot zu verbringen und Unterkünfte sowie Erlebnisse zu teilen. Es bietet sich an, nicht nur Menschen, großen Tieren und Vögeln, sondern auch Insekten mit Neugier zu begegnen (und bereit zu sein, auch mal mit ihnen die Unterkunft zu teilen). In der Vielzahl der Eindrücke, Transportmittel und wechselndem Komfort in Bezug auf Unterkünfte und Taxis (inkl. Verzicht darauf) wird die Reise mit jedem Tag zu einer erlebnisreichen Expedition.“

Wir von Leguan Reisen danken Frau Zimmermann-Bargstedt für Ihren Reisebericht zu „Mythos Amazonas“. Sollten Sie durch den Bericht Lust auf Abenteuer und Erlebnis bekommen haben, so schauen Sie sich doch einmal die Reisedetails unter diesem Link an!

Até na proxima semana, Martina Ehrlich

Fotonachweis: Frau Zimmermann-Bargstedt

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