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Martina Ehrlich

Martina Ehrlich

Ab sofort erscheint auf unserer Homepage immer freitags ein neuer Blog-Beitrag zu den unterschiedlichsten Regionen und Themen rund um Lateinamerika. Martina berichtet Aktuelles, Informatives, Skurriles und Spannendes vom Kontinent des Kolibris, erzählt Geschichten vom Reisen bis hin zu praktischen Tipps für die Vorbereitung Ihrer eigenen Reise.

Vom Kontinent des Kolibris 34 – im Land, in dem der Kaffee wächst…

Mögen Sie Kaffee? – Um aus dem Nähkästchen zu plaudern – ich bin eine absolute Kaffeetante… Wussten Sie, dass Kolumbien eines der traditionsreichsten und größten Kaffeeanbauländer weltweit ist?

Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffees. Die Top 10 der Anbaugebiete befinden sich aufgrund der optimalen klimatischen Bedingungen in Äquatornähe im sogenannten Kaffeegürtel und den lokalen Konsumgewohnheiten geschuldet, viel in Südamerika. Mehr als die Hälfte des weltweiten Kaffeeexports entfällt auf südamerikanische Länder, gefolgt von europäischen (bereits verarbeiteten Kaffeeprodukten), asiatischen Ländern sowie Ländern aus Ostafrika.

Trotz der ähnlichen Voraussetzungen im Anbau von Kaffee unterscheiden sich Kaffeebohnen stark im Geschmack. Zu den bekanntesten und gefragtesten Kaffeebohnen der Welt zählen die Robusta und die Arabica Bohne. Fast der gesamte Weltmarkt wird hiermit bedient. Aus einer Sorte lassen sich dann eine Unzahl von Variationen kreieren. Mit rund 60% Marktanteil dominiert die Arabica Bohne den Weltmarkt.

Die ersten Arabica Kaffeepflanzen wurden um 1800 angeblich von einem Jesuiten von den Französischen Antillen und weiter über Land via Venezuela nach Kolumbien gebracht. Die fruchtbaren Böden und das milde Hochlandklima in Äquatornähe sorgten dafür, dass der Kaffeeanbau in Kolumbien zu einer grandiosen Erfolgsgeschichte wurde. Aufgrund bester Bedingungen wird in Kolumbien bis heute ausschließlich die Kaffeesorte Arabica angebaut. Momentan liegt Kolumbien nach Brasilien, der Schweiz und Deutschland an vierter Stelle als Kaffee-Exportland. Blickt man auf die Anbaugebiete nach Erntefläche und Ertrag, liegt Kolumbien nach Brasilien und Vietnam schon seit vielen Jahren an dritter Stelle. Weltweit ist Kolumbien der größte Erzeuger von Arabica-Bohnen und gilt auch als größter Produzent von Fairtrade-Kaffee!

Es werden knapp 850.000 Hektar mit Kaffeepflanzen bewirtschaftet und der Ernteertrag liegt pro Jahr bei etwa 14.300.000 60-Kilogramm-Säcken. In den letzten Jahren allerdings ging die Kaffeeproduktion in Kolumbien wegen der Kaffeerost-Krankheit sowie vermutlich auch generell wegen den Folgen der Klimaerwärmung zurück. Dennoch ist Hochlandkaffee aus Kolumbien ein Inbegriff von Qualität. Sein rundes Aroma mit leicht süßlichen Nussnuancen zeichnen den hochwertigen, kolumbianischen Arabica-Kaffee aus. Er gehört zu den wenigen sortenreinen Kaffees, die international verkauft und vermarktet werden.

Es wird geschätzt, dass Kaffee derzeit für ca. 600.000 Menschen in Kolumbien deren Haupteinnahmequelle ist! Die Landschaft und die Klimazonen sind aufgrund der hohen Berge und deren Ausläufer ziemlich verschieden, was zu etlichen unterschiedlichen Kaffeeernte-Zonen mit recht diversen Geschmacksprofilen führt. Man spricht von unterschiedlichen Varietäten – also Arabica-Unterarten – von denen es ca. zehn gibt (u.a. Typica, Colombia, Red Caturra, Yellow Caturra, Castillo, Bourbon, Maragogype, Gesha, Wush Wush). In Kolumbien kann ganzjährlich Kaffee geerntet werden, in einigen Regionen sogar zwei- oder bis zu dreimal pro Jahr!

Kolumbien hat sich schon früh um eine optimale Vermarktung des Kaffees bemüht. Seit 1959 war während fast 40 Jahren Carlos Sanchez alias Juan Valdez aus der kolumbianischen Kaffeeanbauregion Antioquia als Repräsentant der kolumbianischen Kaffeeindustrie weltbekannt. Zusammen mit seinem Esel Conchita gilt er als eines der langlebigsten und bekanntesten Logos überhaupt.

Ein kolumbianischer Kaffeebauer besitzt durchschnittlich 5 bis 10 Hektar Land. Trotz bestehender Kooperativen besitzt in der Regel jeder Kleinbauer auf seiner Finca seine eigene Aufbereitungsstation für seinen eigenen Kaffee. Dies liegt an der großen Anbaufläche sowie an der hohen Produktivität der Kaffeepflanzen. Erst nachdem der Kaffeebauer seine Kaffeekirschen auf seiner Finca verarbeitet und getrocknet hat, liefert er den Rohkaffee in die Zentrale der Kooperative, wo sich neben Büroräumen ein Kaffeelager und ein Qualitätslabor befindet. Die Kaffeequalität soll ständig verbessert werden und zwar bereits durch Optimierungen im Anbau, beim Pflücken der Kirschen sowie in der Verarbeitung. Allen Beteiligten ist bewusst, dass ihre Arbeit einen großen Einfluss auf den endgültigen Kaffeegeschmack hat.

Im Norden Kolumbiens liegt die schneebedeckte Sierra Nevada de Santa Marta mit Gipfeln von über 5.000 Metern, die nur 45 Kilometer von der Karibikküste entfernt liegen. Die Sierra Nevada gilt als weltweit höchstes Küstengebirge! Die Sierra Nevada ist ein traditionelles Anbaugebiet in Kolumbien, Kaffee wird in Höhenlagen von 900 – 1.600 Metern kultiviert und einmal jährlich geerntet.

Die Haupt-Kaffeeanbauregion Kolumbiens befindet sich jedoch im Zentrum des Landes auf einer Höhe zwischen 1.200 und 2.000 Metern etwa 200 km westlich von Bogotá. Dies ist ziemlich genau zwischen Medellín und Cali – den einstigen Hochburgen der kolumbianischen Drogenkartelle. Dabei kann eine Region kaum friedvoller aussehen – leicht hügelig und immergrün voller Früchte tragender Kaffeesträucher und pittoresker hübscher kleiner Ortschaften, deren Häuser kunterbunt mit allen Farben bemalt leuchten. Das Kaffeeanbaugebiet wird als „Triángulo del Café“ – Kaffeedreieck – bezeichnet und breitet sich zwischen den Städten Manizales, Pereira und Armenia aus. Die erste Ernteperiode dauert hier von März bis Juni und die zweite von September bis Dezember. Dieses Kaffeedreieck wurde 2011 UNESCO-Weltkulturerbe und mit ihm das Valle del Cocora mit den bis zu 60 Meter hohen Wachspalmen – den höchsten Palmen der Welt.

Bei meinem letzten Kolumbien-Besuch war Kaffee immer wieder ein zentraler Begleiter. Ob in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá beim Kaffeestopp in einem Café mit einzigartigen Kaffeezeremonien in nie vorher gesehenen Gerätschaften, ob beim Kaffeetasting auf einer Kaffeefinca im Herzen des Kaffeedreiecks mit beeindruckenden Erklärungen oder einfach immer mal wieder am Wegesrand irgendwo in kleinen Dörfern. Bei einer Tasse Kaffee kommt man mit Kolumbianern ins Gespräch, hört ihre Geschichten aus den vergangenen gefährlichen Zeiten, spürt die Zuversicht in den jetzt hoffentlich dauerhaft guten Zeiten und bekommt einen nachhaltigen Eindruck vom Stolz der Kolumbianer auf ihre Heimat.

Schwelgend in meinen kolumbianischen Kaffee-Erinnerungsmomenten grüße ich Sie bis nächste Woche

Martina Ehrlich

P.S.: Erkennen Sie, wo das Kolumnen-Foto von mir aufgenommen wurde? 😉

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